Steuerliche Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen

Mit dem Entwurf eines entsprechenden Gesetzes hat die Bundesregierung erste Umrisse der geplanten Förderung skizziert. Da der Bundesrat dem Gesetz die Zustimmung verweigerte, übernimmt nun  zunächst der Vermittlungsausschuss. Da das Streitthema nicht inhaltlicher Natur war, sondern überwiegend den finanziellen Ausgleich für die erwarteten Mindereinnahmen der Länder betraf, lohnt sich schon heute ein Blick in den Gesetzesentwurf.


Die Voraussetzungen (im groben, nicht abschließenden Überblick):

  • Es muss sich um ein im Inland (oder im EU- und EWR-Ausland) belegenes, zu Wohnzwecken vermietetes oder eigengenutztes Gebäude (auch Eigentumswohnung!) handeln, mit deren Herstellung vor 1995 begonnen wurde.

  • Beginn der Baumaßnahme ab dem 6.6.2011 (so Bundestag) bzw. ab 2012 (so Regierungsentwurf).

  • Durch die energetische Sanierungsmaßnahmen muss u.a. ein Primärenergiebedarf von 85% eines vergleichbaren aktuellen Neubaus erreicht werden („KfW-Effizienzhauses 85“).

  • Die entsprechende Verringerung des Energiebedarfs ist durch einen Sachverständigen nachzuweisen.

  • Die Baumaßnahme darf keine anderen öffentlichen Fördermitteln in Anspruch nehmen (z.B. KfW-Darlehen, erhöhte Absetzungen etc.). Ferner keine Eigenheimzulage bei eigengenutzten Wohnungen. Für die entsprechenden Sanierungskosten kann schließlich auch nicht die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch genommen werden.


Steuerliche Förderung:

Vermieter sollen nach derzeitigem Entwurfsstand die Sanierungskosten über einen Zeitraum von 10 Jahren jährlich mit 10% der Kosten als erhöhte Absetzung (Werbungskosten oder Betriebsausgaben) geltend machen können. Besitzer selbstgenutzter Häuser sollen die Aufwendungen als Sonderausgaben in gleicher Weise geltend machen können.

Quelle: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/063/1706358.pdf ; Haufe-Steuern