Neues zum Aufteilungsverbot für häusliche Arbeitszimmer


Wie bereits mehrfach an dieser Stelle berichtet, haben einige Finanzgerichte in der Vergangenheit entschieden, dass bei einer gemischten (privat-beruflichen) Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers eine anteilige steuerliche Geltendmachung zulässig ist. Aufgeteilt wurde dann im Verhältnis der jeweiligen Nutzung abhängig von den Einzelfallumständen.

Nach Auffassung der Finanzverwaltung ist ein häusliches Arbeitszimmer jedoch ein Raum, der ausschließlich oder nahezu ausschließlich zu betrieblichen und/oder beruflichen Zwecken genutzt wird. Danach sei lediglich eine untergeordnete private Mitbenutzung (< 10 %) unschädlich, sodass eine private Mitbenutzung von nicht nur untergeordneter Bedeutung der Abziehbarkeit der Aufwendungen entgegenstünde.

Gegen ein die gemischte Abziehbarkeit bejahendes Urteil des Niedersächsischen Finanzgericht (Urteil vom 24.04.2012, 8 K 254/11) hatte das Finanzamt Revision beim BFH eingelegt (Az. IX R 23/12). Der IX. Senat des BFH folgt der Ansicht des Finanzgerichts und geht davon aus, dass Aufwendungen für abgeschlossene häusliche Arbeitszimmer, die (in zeitlicher Hinsicht) nur teilweise beruflich bzw. betrieblich genutzt werden, aufzuteilen sind. Der danach (anteilig) steuerlich zu berücksichtigende Aufwand ist nach Maßgabe der Regelung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 b EStG abzugsfähig.

Zur endgültigen Entscheidung dieser Rechtsfrage hat der IX. Senat des Bundesfinanzhofs die Rechtsfrage dem Großen Senat des BFH zur Entscheidung vorgelegt. Der Große Senat tritt nur zusammen, wenn der vorlegende Senat in einer Rechtsfrage von einer Entscheidung eines anderen Senats abweichen will oder eine grundsätzliche Rechtsfrage zu klären ist.

Empfehlung: Folglich ist in naher Zukunft mit einer Entscheidung des BFH zu rechnen. Aufgrund der geäußerten positiven Rechtsauffassung des vorlegenden Senats ist auch mit einer für den Steuerzahler positiven Entscheidung zu rechnen. Sofern das Finanzamt den Werbungskostenabzug in vergleichbaren Fällen ablehnt, sollte – unter Hinweis auf das beim BFH anhängige Verfahren - Einspruch eingelegt und Ruhen des Verfahrens beantragt werden.