Künstlersozialabgabe

Die Künstlersozialkasse erhebt eine Künstlersozialabgabe (§ 23 KSVG), deren Höhe sich nach dem Entgelt für künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen, die im Laufe eines Kalenderjahres an selbständige Künstler oder Publizisten gezahlt werden, bemisst. Zahlungen an juristische Personen (z.B. GmbH) sind von der Abgabe nicht betroffen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bestimmt mit dem Bundesministerium der Finanzen den Vomhundertsatz für das jeweils folgende Kalenderjahr.

Zur Künstlersozialabgabe sind nach § 24 KSVG grundsätzlich verpflichtet:

  • Unternehmer einer im Gesetz aufgeführten speziellen Branche (z.B. Verlage, Theater, Kunsthandel und Werbeagenturen)
  • Sonstige Unternehmer, die für eigene Zwecke Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben und dabei nicht nur gelegentlich Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen.

„Gelegentlich“ soll hier bedeuten, dass in einem Kalenderjahr abgabenrelevante Aufträge von insgesamt nicht mehr als insgesamt 450 € erteilt werden (Bagatellgrenze). Diese Regelung erscheint uns jedoch nicht plausibel (hier wäre u.E. eher auf die 3-Aufträge Grenze abzustellen).

  • Unternehmer, die Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen, um mit deren Werken oder Leistungen Einnahmen zu erzielen (Es sei denn, in einem Kalenderjahr werden nicht mehr als drei Veranstaltungen durchgeführt, in denen künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen aufgeführt oder dargeboten werden).

 

Bei Unsicherheit über die Verpflichtung zur Künstlersozialabgabe kann diese Frage mit der Künstlersozialkasse geklärt werden.

Hierzu stellt die Kasse auf ihrer Homepage (http://www.kuenstlersozialkasse.de) entsprechende Formulare bereit (insbesondere „Anmelde- und Erhebungsbogen zur Prüfung der Abgabepflicht und der Höhe der Abgabe nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz“).

Der zur Abgabe Verpflichtete hat gemäß § 27 KSVG spätestens bis zum 31. März des Folgejahres der Künstlersozialkasse die Summe der Künstlersozialabgabe auf einem speziellen Vordruck der Künstlersozialkasse zu melden.

Falls die Meldungen nicht, nicht rechtzeitig, falsch oder unvollständig erstattet werden, nehmen die Künstlersozialkasse bzw. die Träger der Rentenversicherung eine Schätzung vor.

Die Künstlersozialkasse teilt dem zur Abgabe Verpflichteten den Zahlungsbetrag der Künstlersozialabgabe sowie eine ggfs. zu leistende Vorauszahlung schriftlich mit.

 

Die zur Abgabe Verpflichteten haben fortlaufende Aufzeichnungen über die maßgeblichen Entgelte zu führen (§ 28 KSVG).

Die zugrunde liegenden Unterlagen müssen nachprüfbar sein; auf Anforderung müssen die abgabepflichtigen Entgelte listenmäßig zusammengeführt werden können. Die Aufzeichnungen sind mindestens fünf Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Entgelte fällig geworden sind, aufzubewahren.